Dienstag, 12.11.2019 10:08 Uhr

Das DFF trauert um Artur Brauner

Verantwortlicher Autor: DFF Frankfurt am Main, 09.07.2019, 09:23 Uhr
Presse-Ressort von: Rainer Michelmann Bericht 6475x gelesen

Frankfurt am Main [DFF] Das Deutsches Filminstitut & Filmmuseum trauert um Artur Brauner. Der legendäre Filmproduzent ist gestern in Berlin im Alter von 100 Jahren gestorben.Er zählte zu den prägenden Produzenten des deutschen Films seit der Nachkriegszeit. Mit dem DFF verband ihn seit Jahrzehnten eine enge Beziehung. Der Berliner Produzent übergab 1989 das komplette Firmenarchiv seiner 1946 gegründeten Central Cinema Company.

Es ist das heutige DFF. Aus diesem, nun mehr als 70 Jahre bundesdeutsche Filmgeschichte dokumentierenden, einmaligen Bestand sind seither eine Vielzahl von Ausstellungen, Publikationen und wissenschaftliche Arbeiten hervorgegangen. Artur Brauner war einer der produktivsten und erfolgreichsten Filmproduzenten Deutschlands. Mehr als 250 Produktionen hat er auf die Kinoleinwand gebracht. An vielen weiteren war er beteiligt, als Ideengeber, Drehbuchautor, Finanzier – hunderten von Film- und TV-Produktionen diente sein Spandauer Studiogelände als Drehort.

„Wir sind sehr traurig über Artur Brauners Tod, so kurz vor seinem 101. Geburtstag“, sagte DFF-Direktorin Ellen Harrington. „Natürlich bleiben wir die verlässlichen Partner der CCC für die umfangreichen Schätze der Firmengeschichte, die in unserem Archiv- und Studienzentrum unter Leitung von Hans-Peter Reichmann sicher verwahrt werden und für wissenschaftliche Recherchen zur Verfügung stehen. Die Verantwortung, die Artur Brauner uns persönlich übertragen hat, und die durch die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit seiner Familie, namentlich Dr. Alice Brauner, fortgesetzt wurde, ehrt uns. Wir werden ihr auch in Zukunft gerecht werden.“

„Wir sind sehr traurig über Artur Brauners Tod, so kurz vor seinem 101. Geburtstag“, sagte DFF-Direktorin Ellen Harrington. „Natürlich bleiben wir die verlässlichen Partner der CCC für die umfangreichen Schätze der Firmengeschichte, die in unserem Archiv- und Studienzentrum unter Leitung von Hans-Peter Reichmann sicher verwahrt werden und für wissenschaftliche Recherchen zur Verfügung stehen. Die Verantwortung, die Artur Brauner uns persönlich übertragen hat, und die durch die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit seiner Familie, namentlich Dr. Alice Brauner, fortgesetzt wurde, ehrt uns. Wir werden ihr auch in Zukunft gerecht werden.“

Geboren am 1. August 1918 im polnischen Łódz als Sohn eines Holzgroßhändlers, überlebte Brauner den Holocaust in einem Versteck in der Sowjetunion. Der Großteil seiner jüdischen Verwandtschaft fiel dem nationalsozialistischen Terror zum Opfer. Kurze Zeit nach dem Krieg,1946, gründete Artur Brauner die Berliner CCC (Central Cinema Company) Film Gesellschaft mbH und etablierte sie bald als eine der produktivsten und erfolgreichsten deutschen Filmproduktionsfirmen, die bis heute unter Leitung seiner Tochter Alice Brauner sehr aktiv ist. In den Ateliers der CCC, die seit 1949 nach und nach in Berlin-Spandau entstanden und erweitert wurden, wurden im Lauf der Jahrzehnte rund 700 Filme und unzählige weitere TV-Produktionen gedreht.

Mehr als 300 Kinofilme produzierte Brauner mit seiner CCC dabei selbst, viele davon mit Stars wie Romy Schneider, Heinz Rühmann, Gert Fröbe, Maria Schell, O.W. Fischer oder auch der unlängst verstorbenen Hannelore Elsner. In den 1950er und 1960er Jahren produzierte Brauner zahlreiche der großen Kassenerfolge des deutschen Films, häufig leichte Unterhaltung wie LIEBE, JAZZ UND ÜBERMUT (1957), Thriller nach Bryan Edgar Wallace oder Karl-May-Verfilmungen wie OLD SHATTERHAND (1964), doch immer wieder auch herausragende Literaturverfilmungen wie Robert Siodmaks DIE RATTEN (1955).

Schon in einem seiner ersten Filme, MORITURI (1948), thematisierte Brauner die jüngste deutsche Vergangenheit. Die Auseinandersetzung mit der Nazizeit und dem Holocaust blieb für ihn auch in den folgenden Jahrzehnten eine Herzensangelegenheit, von DER 20. JULI (1955) über Die weiße Rose (1982) und HITLERJUNGE Salomon (1990) bis zu DER LETZTE ZUG (2006). So entstand ein Zyklus von 20 "Filmen gegen das Vergessen", die auch in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem in der dortigen Artur-Brauner-Mediathek präsentiert werden.

2016 feierte Artur Brauners CCC Filmkunst GmbH 70-jähriges Bestehen. Über die Jahrzehnte wurden er und von ihm produzierte Filme vielfach ausgezeichnet. So erhielt etwa die deutsch-italienische Produktion Der Garten der Finzi Contini (1970, Regie: Vittorio de Sica), von Brauner koproduziert, 1972 den Oscar® als bester fremdsprachiger Film. Artur Brauner war prominentes Mitglied der Jüdischen Gemeinde in Berlin und Träger des Bundesverdienstkreuzes. Artur Brauner hinterlässt zwei Töchter und zwei Söhne aus seiner 70-jährigen Ehe mit der 2017 verstorbenen Maria Brauner, sowie mehrere Enkelkinder.

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