Donnerstag, 17.08.2017 13:34 Uhr

Deutscher Medienpreis für Barack Obama

Verantwortlicher Autor: Rainer Michelmann Baden-Baden, 26.05.2017, 13:43 Uhr
Presse-Ressort von: Rainer Michelmann Bericht 6148x gelesen
Der Star des Abends: Ex-US Präsident Barack Obama
Der Star des Abends: Ex-US Präsident Barack Obama  Bild: © alle Fotos: Rainer Michelmann ©

Baden-Baden [ENA] Dieser Gast beim Deutschen Medienpreis in Baden-Baden geht in die Geschichte ein: Kein geringerer als der ehemalige US Präsident Barack Obama nahm die Auszeichnung entgegen. Als der charismatische Obama die Bühne betrat, wollte der Beifall nicht enden. Es wurde ein Abend der beeindruckende Worte.

Er sei froh, dass die Jury mit der Ehrung gewartet hat, bis er nicht mehr in Amt und Würden sei, meinte der 55jährige. Altbundespräsident Joachim Gauck nahm im Kongresshaus in Baden-Baden zusammen mit Karlheinz Kögel, dem Gründer des Medienpreises, die Ehrung vor. Viele bekannte Gesichter aus der Medienwelt – Boris Becker, Andreas Berg, Joachim Löw, Frank Elstner, Günther Jauch – schritten zuvor über den roten Teppich. Kalifornische Soulmusiker hießen den Ex-Präsidenten willkommen.

Joachim Gauck fand nur lobende Worte: „Es gibt nur wenige Politiker auf der Welt, die ihr Land so stark geprägt haben. Sie sind kein weltfremder Idealist, lassen sich aber von Idealen leiten.“ Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann dankte Obama für dessen Kampf für die Freiheit, Menschenrechte und Demokratie. Auch für den Klimawandel. Obama habe viel für den internationalen Zusammenhalt getan.

Der Gründer des Medienpreises, Karlheinz Kögel, meinte, dass mit Obamas Auszug aus dem Weißen Haus Anstand und Würde ausgezogen seien. Beifall brandet auf. Kögel konnte Obama sogar entlocken, wie der Wahlkampfslogan „Yes wie can“ (Ja, wir schaffen das) zustande kam. Seine Frau Michelle Obama hätte die Idee gehabt. Aber alle im Saal waren nun auf die Rede von Barack Obama gespannt. Lässig und gestenreich, gespickt mit einige Lachern, wandte er sich an das auserwählte Publikum. Demokratie funktioniert nur, wenn wir auf Vernunft und Logik setzen, nicht nur auf Leidenschaften.

Die Zukunft werde nicht den starken Führern gehören, sondern den Prinzipien des Rechtsstaates und den individuellen Freiheiten. Zudem mahnt er. Wir hatten nie eine bessere Welt. Nie sei die Welt toleranter und weniger gewalttätig gewesen. Obwohl das unmittelbar nach Terroranschlag in Manchester nicht plausibel klingen mag. Und ein Satz bleibt auch in Erinnerung. Ich vermisse das Weiße Haus nicht“. Apropos Weißes Haus: Kein Redner des Abends nahm den Namen von Barack Obamas Nachfolger in den Mund. Ist das auch eine Botschaft?

Beim Finale des Deutsche Medienpreises sang Aloe Blacc, während Barack Obama genüsslich sich zurücklehnte. Barack Obama ging, wie er kam. Durch einen Seitenangang. Keiner der Anwesenden im Saal auch nur den Hauch einer Chance, auf ein freundliches Hello. In Zeiten der Terroranschläge, sicherlich verständlich. Als der ehemalige US-Präsident längst die Veranstaltung verlassen hat, wurde noch lange über die Aura und den Auftritt diskutiert. Es war ein Abend für die Geschichtsbücher in der Historie des Deutschen Medienpreises.

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